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Donnerstag, 23. Juni 2011

Kirby TV Kanal auf der Nintendo Wii


Alle Kirby Fans sollten ab heute den Wii Shop Kanal aufsuchen, denn seit heute gibt es den Kirby TV Kanal für die Wii. Vier Folgen der Trickfilmserie gibt es ab sofort zu sehen, bis zum 28.11. kommt jeden Montag und Donnerstag je eine neue Folge hinzu, die man sich aber nur begrenzt angucken kann. Das Ganze läuft bei mir zumindestens flüssig (bei den Videos im Nintendo Kanal hatte ich schon mal den ein oder anderen Ruckler) und es sieht nach einer niedlichen kleinen Serie für Kinder und Fans des rosa Kissens für zwischendurch aus. Der Kanal braucht auch nicht viele Blöcke, also kann man sich das ruhig mal geben, zumal er kostenlos ist. Und wie lautet unser aller Motto? Richtig: Für lau, dann jau!

Viel Spaß.

Sonntag, 27. März 2011

Disney Micky Epic

Machen wir uns nichts vor: Micky Maus gehört zu den größten Pop-Ikonen der Welt. Es gibt kaum eine Figur, die so bekannt und gleichzeitig auch so beliebt ist wie der kleine, gutherzige Mäuserich aus Entenhausen, erschaffen von Walt Disney. Bei diesem Ruhm ist es beinah unglaublich, dass die Anzahl an guten Micky Maus-Videospielen eher gering ausfällt. Damit dies ein Ende hat, nahm sich Warren Spector, seines Zeichens kreativer Kopf der ersten beiden Deus Ex-Spiele, der Maus an und präsentiert exklusiv für die Nintendo Wii ein Action-Adventure mit Jump'n Run Einflüssen. Dafür hat der gute Warren Spector extrem tief in den Geschichtsbüchern von Disney gestöbert. Sind Figuren wie Oswald, der glückliche Hase, oder der wahnsinnige Professor geläufig? Nein? Nach diesem Spiel werden sie es wieder sein.
Denn Micky stattet ihnen in ihrer Welt namens "Wasteland" einen Besuch ab. Dies tut er eher unfreiwillig, wird er doch vom Tintenmonster in die Welt der vergessenen Disneyfiguren gezogen. Dieses Monster wird allerdings auch eher unfreiwillig von Micky erschaffen, als er, neugierig, wie er ist, durch den Spiegel geht (Vintage Micky) und dort das Kunstwerk des Magiers aus Fantasia aus Versehen verunstaltet. Im Folgenden erlebt der Spieler mit Micky ein Abenteuer aus der Third Person-Ansicht und wird vom Kobold Gus begleitet, der Micky mit Rat und Tat zur Seite steht. Erinnert an die Fee Navi aus Legend of Zelda: Ocarina of Time, ist nur nicht so nervig ("HEY! LISTEN!").
Klassisch springt man mit A, zeigt mit der WiiMote auf dem Bildschirm, versprühtmit B Farbe und mit Z auf dem Nunchck Verdünner. Das ist wichtig, denn mit den beiden kann man jede Menge anstellen: entweder Gegner auf die eigene Seite ziehen oder sie auslöschen. Mauern sichtbar machen oder sie verschwinden lassen, denn möglicherweise verbirgt sich was hinter der Mauer. Gleichzeitig ist das Einfärben oder das Löschen von Dingen wichtig für den weiteren Spielverlauf. So kann eine Aktion in Raum A Auswirkungen auf die Geschehnisse in Raum B haben, z.B. muss man sich nicht mehr einem Zwischenboss stellen.
Da es sich um ein Disney-Spiel handelt, wird man überall mit Referenzen an die bunte Welt überhäuft. Jede Menge "vergessene" Figuren aus den Anfangstagen Disneys, Orte, Gegenstände, Häuser, sogar Schlösser finden Beachtung und spielen eine zentrale Rolle. Den schönsten Tribut, denn man dem Spiel geschenkt hat, sind allerdings die 2D Hüfteinlagen, um von einer Oberwelt in die Nächste zu kommen. Micky springt hier durch alte Comic Filme wie seinem Debüt "Steamboat Willie", stilecht in schwarz-weiß und Originalsound, "Fantasia" oder dem Oswald Debüt "Trolley Troubles". Das ist so liebevoll und einfallsreich, dass man am liebsten die ganzen alten Disney-Klassiker ansehen möchte. Ein wenig verlieren diese Einlagen aber an ihrem Zauber, weil man es doch irgendwann Leid ist, den immer gleichen Weg nehmen zu müssen.
Grafisch ist das Spiel eins der besten, das man derzeit auf der Wii bestaunen kann. Die Charaktere sehen blendend aus, die Landschaften sind so wunderschön dargestellt, dass man das Gefühl hat, man steht mitten in einem Themenpark von Disneyland. Die Zwischensequenzen sind sowohl ansehnlich, als auch humorvoll. Schön dabei ist, dass es gezeichnete, wie auch Sequenzen in Spielgrafik gibt, sodass es niemals eintönig wird. Grafisch schießt aber Micky Müll Mountain den Vogel im positiven Sinne ab: Der Berg besteht aus altem Micky Maus-Fanartikeln und so findet man zwischen Spielfiguren, einem Micky Maus-Telefon und einer Gitarre mit Micky Maus auch alte NES-Cartridges von Micky Maus-Spielen. Spätestens hier merkt man dem Spiel an, mit wieviel Liebe zum Detail gearbeitet wurde. Das gleiche lässt sich, natürlich, über den Sound sagen. Dieser kommt mal epochal daher, dass man meinen könnte, ein Orchester würde spielen, nur um im nächsten Abschnitt die Traurigkeit der vergessenen Figuren wiederzugeben und sanfte Töne anklingen zu lassen. Man merkt einfach, dass Disney ihre Finger mit am Tonregler gehabt haben müssen, mit dem Unterschied, dass hier keiner mittendrin singt.
Leider fehlt einem wichtigen Element beinah jede Liebe: der Kamera. Bei 3D-Spielen ist es ungemein wichtig, dass die Kamera optimal positioniert ist, damit man nicht mehrere Bildschirmtode stirbt, den Absprung falsch kalkuliert oder nicht plötzlich von Gegnern attackiert wird, die man vorher nicht gesehen hat. Dies ist allerdings bei Micky Epic mehr als nur einmal der Fall und war damit der mit Abstand größte Frustfaktor am ganzen Spiel. Wie gut eine Kamera in einem Action-Adventure oder Jump'n Run bedient werden kann, zeigt Nintendo wunderbar bei Super Mario Galaxy 2, wo ich an einer Hand abzählen kann, wie häufig ich die Kamera nachjustieren musste.
Teilweise sind die Aufgaben auch nicht immer so ganz verständlich bzw. wie man sie abschließt oder warum sie plötzlich abgebrochen werden. So ist es vorgekommen, dass ich mit einer Person mehrmals sprechen musste, um an meine Belohnung zu kommen, während sie mir vorher aber noch mehrere neue Aufträge erteilt oder einfach so Aufträge ohne Erfolg abgenommen hat. Das war für mich nicht immer ganz verständlich und besonders deswegen ärgerlich, weil man in bester Jäger und Sammler-Manier wertvolle Dinge haben möchte. Ich will nicht zu viel verraten, aber es ist durchaus von Vorteil, bei den 2D-Abschnitten nach den Filmrollen zu suchen und dann mal bei den Extras im Hauptmenü nachzugucken.
Alles in allem ist Disney Epic Micky aber beinahe genau das, was ich mir von dem Spiel erwartet habe: endlich ein GUTES Micky Maus Spiel, mit Charme in jeder Ecke, guten Ideen, einer fesselenden Geschichte, dem Wiedersehen mit vielen alten Figuren, einem 1A-Sound und einer Grafik zum Niederknien. Was fehlt sind eine gescheite Kamera und vielleicht noch ein wenig mehr Mut seitens Disney, die recht düsteren Skizzen, die zum Anfang der Entwicklungszeit im Internet aufgetaucht sind, mit ins Spiel zu übernehmen. Wer aber nur ein bisschen etwas für die bekannteste Maus der Welt übrig hat, der muss hier zuschlagen und hoffen, dass Warren Spector und Disney die Geschichte von Micky Epic zur geplanten Trilogie auszubauen.

Freitag, 25. März 2011

Kirby und das magische Garn


„Kinder, wie die Zeit vergeht,“ das denken wir in den letzen Monaten bei einem Blick in den Games-Schrank häufiger. Viele Spielehelden unserer Kinder- und Jugendtage feiern Jubiläumsgeburtstage oder kehren einfach nach langer Bildschirmabstinenz zurück auf die Konsolen. Nach Super Mario-Ausgaben und einer sehr guten, aber auch sehr fordernden Version von Donkey Kong im letzten Jahr schickt Nintendo nun auch Kirby zurück in Bewusstsein und Herzen der Spieler. „Kirby und das magische Garn“ heißt der neue Titel, der ganz stilecht in einer rosa Häkeltasche ausgeliefert wird, zusammen mit einem Aufnäher des kleinen Windbeutels. Wer davon noch nicht verzückt ist, wird es spätestens nach Anschalten der Konsole sein: Kirby wandert durch Dreamland, kann aber, verfressen wie er ist, einer so benannten Metamomate des Fieslings Grimmgarn nicht widerstehen. Das Futtern selbiger teleportiert ihn also nach Stoffland, wo er in Prinz Plüsch einen neuen Freund findet. Allerdings verliert der kleine rosa Pummel durch seine Verwandlung in ein Wollwesen seine charakteristischste Eigenschaft: das Aufsaugen von Gegnern. Hilflos ist er aber noch lange nicht. 
Um zusammen mit Prinz Plüsch Teile des magischen Garns zu finden und die einzelnen Teile Stofflands wieder zusammenzunähen, kann Kirby Gegner aufribbeln, zusammenschnüren oder sich selbst komplett umnähen: Mal in einen Kirby-Panzer, mal in ein kleines Schaufelfahrzeug, dann in einen Delfin usw. Dabei sind die Welten und Level, wie von Nintendo nicht anders gewohnt, so liebevoll gestaltet, dass einem das Herz aufgeht. Ist Kirby langweilig, fängt er mit dem Seilspringen an, will man schneller vorankommen, verwandelt er sich in ein kleines hupendes Auto (in der Schneewelt in einen Schlitten) und wer mit einem Wolldelfin Wasserbasketball gespielt hat, um Perlen für die Medaillenwertung zu sammeln, um den ist es schnell geschehen. Kleine Details der Nähwelt sind ebenso knuffig, kann man doch an verschiedenen Stellen Reißverschlüsse aufziehen, Perlen von Bäumen schütteln und über Torten, Dinos und Sterne springen, die an Kuscheltiere der Kindheit erinnern. Und natürlich sind mit König Dedede, seinen Waddle-Dees und Meta-Knight alte Bekannte mit an Bord, die das Spiel familiär erscheinen lassen.
Aber „Kindheit“ ist auch ein gutes Stichwort. Denn davon wird Kirby viele bereichern. Für Erwachsene ist das Spiel hingegen nur eine nette Unterhaltung für zwischendurch. Die Story ist klar an Kindern ausgerichtet, die ihr gut folgen können dürften, zumal die Stimme des Erzählers die eines Märchenonkels par excellence ist. Leider orientiert sich auch der Schwierigkeitsgrad eher an jüngeren Spielern und Einsteigern, denn Sterben ist im Konzept nicht vorgesehen. Das mag nach der ein oder anderen Erfahrung mit Donkey Kong recht verlockend klingen, wirkt sich bei Kirby aber zumindest bei langjährigen Spielern auf die Motivation aus, da eine wirkliche Herausforderung fehlt.  Lustiger wird es für die älteren Spieler hingegen beim Koop-Multiplayer: Man rammt sich mit den kleinen Autos, schnürt sich zusammen, wirft sich gegenseitig durch die Gegend und nebenbei kann man noch versuchen, 100% aller Gegenstände zu finden, wobei man, verwandelt in coole Dinge, seine Aktionen aufeinander abstimmen sollte.
Während man mit erhaltenen Aufnähern neue Level frei schaltet, kann man beim Spielen zudem Einrichtungsgegenstände einsacken und ein zugeteiltes Zimmer damit dekorieren. Aber Mooooment: eine Stoffwelt, Aufnäher, Wollwesen in einem Jump ’n’ Run – Ja, das erinnert stellenweise wirklich an Little Big Planet mit seinen Sackboys. Allerdings gibt es in „Kirby und das magische Garn“ weniger intertextuelle Referenzen und weniger völlig durchgeknallte Charaktere, was aber nicht negativ gemeint sein soll. Kirby ist eben ein Little Big Planet für die Little Ones, das auch Größere verzaubern kann. Daher kann ich durchaus eine Spielempfehlung aussprechen. Einzig wer epischen Spielspaß mit gruseligen Gegnern sucht und für die süßen Dinge im Leben nichts übrig hat, sollte seine Zockerfingerchen von dem Game lassen. Aber mal ehrlich: Wer würde sich so ein Spiel von Nintendo wünschen?

Dienstag, 15. März 2011

Donkey Kong Country Returns

Es war der 15. Juni 2010. Während alle Welt zur Fußball-WM nach Südafrika schaute, um an diesem Tag u.a. ein torloses Unentschieden zwischen der Elfenbeinküste und Portugal zu erleben, stand Nintendo of America Präsident Reggie Fils-Aime bei der weltgrößten Videospielmesse Electronic Entertainment Expo, kurz E3, in Los Angeles auf der Bühne und kündigte für die anwesenden Journalisten einen Hit nach dem anderen für die Wii, den Nintendo DS und auch den neuen 3D Handhelden namens 3DS an. Und doch stach ein Spiel hervor: Donkey Kong Country Returns.
16 Jahre nach dem Original Donkey Kong Country für den Super Nintendo erfüllte Nintendo seinen Fans den großen Wunsch, ein Comeback des Affen in einem eigenen 2D Jump'n Run auf den Markt zu bringen. War Donkey Kong in den letzten Jahren vorrangig in Nebenrollen bei Mario Sportspielen zu finden, nahmen die Retro Studios, die Macher der Metroid Prime Serie, das Heft in die Hand und zeigen wiederholt eindrucksvoll, dass sie in der Lage sind, einem Klassiker neues Leben einzuhauchen, ohne dabei seine Wurzeln außer Acht zu lassen.
Die Geschichte von Donkey Kong Country Returns ins schnell erzählt: Nach einem Vulkanausbruch haben die bösen Tikis die Bewohner des Dschungels hypnotisiert, sodass diese den nicht gerade kleinen Bananenvorrat Donkey Kongs stehlen. Der Versuch, Donkey Kong ebenfalls zu hypnotisieren, scheitert und dieser macht sich heldenhaft auf, seine Bananen zurück zu erobern und den Dschungel zu retten. Bei diesem Vorhaben wird Donkey von seinem Nintendo-Mütze-tragenden Freund Diddy Kong unterstützt, der ihm mit seinem Raketenrucksack helfend unter die Arme greifen kann. Es ist also möglich, das Spiel zu zweit anzugehen, was Familien sicherlich freuen dürfte, allerdings kann man auch alleine in die härteste Dschungelprüfung aller Zeiten ziehen.

Und das kann durchaus so für wahr genommen werden. Donkey Kong Country Returns steigert seinen Schwierigkeitsgrad. Level für Level. Immer weiter. Immer härter. Immer schwerer. Immer anspruchsvoller. Aber nie unfair. Schluckt man den Frust erst einmal runter und konzentriert sich, kommt man auch weiter. Stück für Stück. Man ist danach erleichtert, kommt man weiter als beim Versuch vorher, nur um dann doch wieder ein Leben zu verlieren. Davon gibt es aber genug zu finden, denn ein alter Leitspruch der Videospielindustrie sagt: „Finde 100 Dinge (in diesem Fall Bananen) und du bekommst ein neues Leben“. Funktioniert hier auch massenhaft, schließlich sind wir im Dschungel. Ist der Frust doch zu 
groß, so kann man nach einigen gescheiterten Versuchen den Super Assistenten einschalten. Dieser spielt dann den Level bis zum Ende und man kann den Nächsten in Angriff nehmen. Allerdings gehen alle gesammelten Gegenstände wie die K-O-N-G Buchstaben und die Puzzlestücke verloren. Anstrengung beim Spielen lohnt also, denn hat man alle zusammen, werden kleine Extras frei geschaltet, wie zusätzliche Level oder Bilder aus der Entwicklungsphase des Spiels.
Abwechslung wird in diesem Spiel groß geschrieben. Es wird traditionell von links nach rechts gerannt, gesprungen und geklettert, nur um im nächsten Moment mit einer Lore durch den Stollen zu fahren oder in einem Raketenfass zu fliegen und gefährlichen Gegenständen auszuweichen, oder in den Hintergrund des Bildes verfrachtet zu werden. Dieser nette Aspekt findet sich in den ersten Welten mehrfach wieder, zum Ende hin leider kaum noch, was aber verschmerzbar ist, schließlich stehen im Wald mehr Bäume hintereinander als Mauern in einer Fabrik. Auch in den Welten gibt es abwechslungsreiche Gebiete, vom angesprochenen Dschungel geht’s an den Strand, in Ruinen, in eine Fabrik bis in den Vulkan hinein. Die Endgegner jeder Welt sind alle auf die unterschiedlichsten Art und Weisen zu besiegen und lehnen sich ein wenig an die Endgegner vom Gamecube Spiel Donkey Kong: Jungle Beat an.
Das Gameplay kann also überzeugen, wie sieht es mit Grafik und Sound aus? Grafisch ist das Spiel wie aus einem Guss. Es passiert im Hinter- und Vordergrund manchmal so viel, dass man beinah das Spielen vor lauter Staunen vergisst. Das gilt es aber zu vermeiden, die Geschosse könnten einschlagen. Ein bisschen verliebt habe ich mich seit dem Trailer in den Sonnenuntergangslevel. Die Idee wirkt so frisch und wurde so grandios umgesetzt, dass es beinahe ein Vergehen ist, wenn man es nicht mag. Auch bei der Musik haben die Retro Studios alles richtig gemacht. Es gibt viele Stücke aus dem Original zu hören, ein wenig aufpoliert und das so schön, dass man sie gerne den Tag über im Ohr hat. Ja, Ohrwurmgefahr ist angesagt. Besonders gefreut hat mich das Arrangement von „Aquatic Ambiance“. Wer sich an das Original erinnert, wird wahrscheinlich heute noch dahin schmelzen, denn so schöne Musik ist kaum noch auf Konsolen zu hören. Getrübt wird die Freude jedoch durch die Tatsache, dass es, anders als im Original, keine Unterwasserlevel gibt, in denen der Song zu hören ist.
Hier schließen sich somit auch ein paar weitere kleine Kritikpunkte an: Es ist unheimlich schade, dass die Krokodile rund um King K. Rools nicht mehr anzutreffen sind, genauso wenig wie die tierischen Freunde Donkey Kongs, abgesehen von Rambi und Squawks. Zudem sind Donkey und Diddy Kong unterschiedlich stark. Logisch, aber zusammen mit Diddy sind die Level um ein Vielfaches einfacher zu meistern als mit Donkey alleine. Immer noch machbar, aber schwerer.
Das soll dem Spaß aber keinen Abbruch tun. Wer Donkey Kong Country Returns einlegt, bekommt ein famoses Spiel geboten, welches vor kleinen Feinheiten nur so strotzt. Die Level sehen wunderschön aus, die Musik ist fantastisch, die Steuerung klappt und man hat einfach ein super Spiel. Wer allerdings meckert, dass das Spiel zu schwer sei, dem sollte eins klar sein: Wer dieses Spiel einlegt, bekommt Donkey Kong Country in seiner pursten Form: fordernd, überraschend, aber niemals unbezwingbar. In diesem Sinne zitiere ich Axl Rose: „Welcome to the jungle, we got fun and games.“
Am Ende soll aber noch eine Frage erlaubt sein: Wieso schafft es ein schwergewichtiger Klempner, sich an Vorsprüngen festzuhalten, ein kräftiger Affe, der sonst überall hoch kraxelt, dagegen nicht?



Artikel verfasst von Stefan

Ravin Rabbids. Die verrückte Zeitreise: "Drücke nicht den großen roten Knopf"



Bwaaaaaaaaaaah – Du hast es doch getan. Nicht? Die Rabbids...? Oh, ich verstehe.

So in der Art könnte man das Prinzip der neuen Minispielsammlung „Raving Rabbids. Die verrückte Zeitreise“ von Ubisoft in Worte fassen. Denn wir erinnern uns: Beim Comeback Raymans vor einigen Jahren wurde unser schlagkräftiger Freund mit der blonden Haartolle von vielen kleinen weißen Kaninchen gefangen genommen und malträtiert. Von kleinen weißen Karnickeln, die so gar nichts gemein haben mit dem süßen Geschöpf, das ein Zauberer aus seinem Hut ziehen kann. Diese Zeitgenossen pöbeln rum, schlagen sich, kreischen, drehen durch und verwüsten so ziemlich alles, was ihnen begegnet. Und das so erfolgreich, dass sie ihre eigene Videospielreihe bekommen haben, in Werbespots bekannter Firmen wie Coca Cola oder Renault auftreten und das eine oder andere Gamerzimmer in Form von Sammelfiguren schmücken dürften.
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Nun werden die Rabbids also auf Zeitreise geschickt: Mittel zum Zweck ist eine Waschmaschine, mit der die weißen Kerlchen in einem Museum landen. Dies gilt es zu erkunden, unterschiedliche Bereiche versprechen unterschiedliche Herausforderungen. Und fast immer landen die Rabbids an einem bestimmten historischen Ort und zeichnen sich verantwortlich für das jeweilige bis heute überlieferte Geschehnis. Der Kapitän der Titanic lenkt am Eisberg vorbei – bis eine Waschmaschine ein weißes Kaninchen absetzt. Ein Goldschürfer im wilden Westen macht den Fund seines Lebens – bis der Zeitstrudel sich öffnet. Die Sphinx ist ein Bauwerk mit Nase – bis mehrere Rabbids vom Himmel fallen und sich noch während ihres Fallens um knallig roten Wackelpudding streiten. Das klingt kindisch? Mag sein. Doch darum geht es nicht. Diese außer Kontrolle geratenen Kaninchen, die man im Verlauf des Spiels in verschiedene Kostüme stecken kann, bringen Anarchie in die Videospielwelt.
Anstand? Kann man vergessen.
Regeln? Kann man brechen.
Pömpel? Kann man benutzen.
Rabbids selbst? Kann man in Basketballkörbe werfen.
Diese Liste ließe sich munter fortsetzen mit Aktionen, die herrlich bescheuert sind und ihre eigentliche Dynamik erst im Multiplayer entfalten. Möchte man hier erfolgreich sein, ist der Einzelspielermodus sicher hilfreich, doch ist Raving Rabbids ein Partygame. Die Steuerung der einzelnen Minispiele ist leicht zugänglich, so dass auch im Gaming unerfahrene Freunde locker mitspielen können. Und damit geht der eigentliche Wettbewerb erst los. 

Wenn Pömpel an Köpfen landen (natürlich nur virtuell) und Pyramiden durch gezielte Würfe mit ägyptischen Steinschleppern (natürlich politisch unkorrekt) zerstört werden, geht es auch im Raum vor dem Screen heiß her.
Wii-Mote? Kann man wegnehmen.
Freundes-Gegner? Kann man knuffen und schubsen.
Die Konsole? Sollte man beim Verlieren lieber doch nicht durch den Raum werfen.
Die Rabbids haben also den großen roten Knopf gedrückt? Alles klar, lasst uns einfach mitmachen.
Doch nicht jeder dürfte Spaß an dem Game finden. Wer ein langes Spiel für Single-Player-Sessions sucht, wird mit den nur 23 kurzen Leveln nicht richtig glücklich. Das gilt auch für Freunde hochauflösender Grafik, denn dafür sind Wii-Spiele ja generell nicht bekannt und die Rabbids machen da keine Ausnahme.Dafür ist „Die verrückte Zeitreise“ das erste Online Partyspiel sowie das erst Wii-Spiel mit einer Facebook-Verknüpfung. Nutzt man diese, kann man im Spiel gewonnene Trophäen (insgesamt gibt es 70) online mit Freunden teilen. Natürlich gibt es auch einen Online-Highscore-Abgleich und die Möglichkeit, Freunde online zum Spielen einzuladen. Ob man das braucht, bleibt jedem selbst überlassen. Meiner Meinung nach lebt das Spiel mehr von der direkten Interaktion der freundschaftlich verbundenen Kontrahenten vor dem Bildschirm, zwischen denen sich das Chaos ausbreiten kann.
Der neue Teil der Rabbids-Reihe ist also eine uneingeschränkte Empfehlung für alle lustigen Zeitgenossen, die eine Videospiel-Party planen. Alle anderen sollten zumindest einmal darüber nachdenken, auf was sie sich mit den schreienden weißen Kaninchen einlassen.

Montag, 14. März 2011

Goldeneye 2010. Für England, James!

Schon länger angekündigt und seitdem von vielen Fans heiß erwartet, ist Anfang des Monats die Neuauflage des Rare-Titels „Goldeneye“ von 1997 erschienen. Das Remake eines auf einem mittlerweile 15 Jahre alten James Bond-Film basierenden Spiels – Kann das gut gehen?
Das Entwicklerstudio Eurocom und der Publisher Activision glauben daran und so ganz falsch liegen sie damit auch nicht. Wie im Original finden wir uns zu Beginn des Spiels in einer Fabrik im russischen Arkhangelsk wieder, zusammen mit unserem Agenten-Kollegen Alec Trevelyan. Wir infiltrieren die Anlage, doch geht die Mission schief, die Jagd auf den Bösewicht General Ourumov kann beginnen. So weit – so bekannt. Und das ist auch gut so. Freudig lässt sich feststellen, dass altbekannte Tricks noch funktionieren, wir Orte unserer eigenen Spielervergangenheit aufsuchen und wie gewohnt mit einem Panzer die  Verfolgungsjagd durch St. Petersburg fortsetzen können.
Das ist Goldeneye und doch ist einiges anders: Anstelle des damaligen Bond-Darstellers Pierce Brosnan sehen wir nun in Cutscenes die Gestalt von Daniel Craig. Während Judi Dench als M sofort ein Gefühl der Vertrautheit erweckt, muss man sich an den neuen Bond-Darsteller im Game erst gewöhnen. Aber das mag auch nur für Personen gelten, die schon den N64-Titel gespielt haben. Neueinsteiger dürften sich schnell einfinden,
denn während auf der einen Seite Plot und Personen aktualisiert worden sind, hat sich auch das Gameplay der raueren Gangart der letzten beiden 007-Filme angepasst.
Bond hat keine Gadgets mehr, dafür Fäuste und, viel wichtiger, Waffen, mit denen man Probleme lösen kann. Dem entsprechend ist auch die Armbanduhr mit Qs Erfindungen verschwunden, James nutzt zeitgemäß ein Handy fürs Scannen, Fotografieren, Hacken – kurzum: für alle Aktionen, bei denen Kugeln nicht hilfreich sind.

Das funktioniert alles gut, auch die Steuerung mit dem Classic Pad ist eingängig (Als Eingabegeräten können ebenso Wiimote und Nunchuk oder ein Pistolenaufsatz verwendet werden. Aus Gründen des Retrofeelings wurde darauf beim Test jedoch verzichtet). Bond reagiert ohne Verzögerungen. Wem freies Zielen an einer Konsole zu anstrengend ist, dem bietet das Game zudem Auto-Aim-Möglichkeiten. Im Normalfall reagieren die Wachen jedoch nicht allzu schnell, ein manuelles Anvisieren sollte also kein Problem darstellen, ebenso wenig wie das Heranschleichen. Insgesamt ist die KI der Gegner nicht besonders ausgefeilt, doch das ist eben Goldeneye, allerdings auch etwas, das Neueinsteiger bemängeln könnten.
Grafisch ist der Titel natürlich kein Hochglanz-Shooter. Das war das Game Ende der 1990er nicht, und wird es angesichts der Unterschiede zwischen Nintendos Wii und den anderen Next Gen-Konsolen auch nicht mehr. Für Wii-Verhältnisse sieht es aber durchaus ansprechend aus. Und da es sich genauso spielt, können Bond- oder Goldeneye-Fans getrost zugreifen, ebenso wie alle anderen, zumal die Shooter-Auswahl für Nintendos Konsole ja mehr als übersichtlich ist.

In diesem Sinne also: Für England, James – und für alle, die auf der Wii nicht nur bewegungsintensive Sport- und Spaßgames spielen möchten.

Die Abenteuer von Aragorn


Man sollte meinen, fast sieben Jahre nach Veröffentlichung des letzten Teils der gefeierten Verfilmung der „Herr der Ringe"-Romane sei die Verwertungskette aus DVD-Releases, Merchandise und begleitenden Games allmählich erschöpft. Warner Bros. belehrt uns dieser Tage eines Besseren, mit dem Blu-Ray-Release der Kinofilme, aber auch mit „Die Abenteuer von Aragorn" – einem neuen Actionspiel in Tolkiens Fantasy-Universum. Das Spiel unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten von den bisherigen Games zum Film: Zum einen ist „Die Abenteuer von Aragorn" eindeutig auf jüngere Spieler bzw. Familien zugeschnitten, zum Anderen ist das Spiel vor dem Hintergrund der nun für alle großen Konsolen verfügbaren Bewegungs- bzw. Gestensteuerung konzipiert.
Die Handlung des Spiels erzählt im Wesentlichen alle relevanten Stationen des Ringkriegs im dritten Zeitalter von Mittelerde und damit die gesamte Geschichte der Filmtrilogie nach. Dabei verfolgt man das Geschehen, wie der Titel des Ganzen bereits nahelegt, hauptsächlich aus der Perspektive von Aragorn, dem Waldläufer, der im Verlaufe des Abenteuers schließlich zu Elessar, dem König der Menschen reift. Als Waldläufer ist Aragorn natürlich bewandert im Umgang mit dem Schwert sowie mit Pfeil und Bogen, er weiß sich also durchaus gegen die zahlreichen Unholde und Schergen Saurons zu wehren, die einem im Verlauf der Geschichte über den Weg laufen. Man kämpft sich von den grünen Hügel rund um die Stadt Brill bis hin zur wüsten Einöde vor dem schwarzen Tor Mordors. Dabei bleibt die Ähnlichkeit zur Filmvorlage zwar jederzeit erkennbar, allerdings sieht man den Abenteuern Aragorns ihre Zielgruppenorientierung und ihr offenbar beschränktes Produktionsbudget deutlich an: Bei vielen Spielen, die für alle gängigen Konsolen veröffentlicht werden, ist der Wii-Release bedingt durch schwächere Hardware mit Comic-Optik ausgestattet, die weniger Grafikleistung benötigt. „Die Abenteuer von Aragorn" allerdings sieht für alle Systeme gleich aus, das Spiel wirkt wie eine leicht verniedlichende Karikatur des Mittelerdes der Kinofilme. Es ist immer noch deutlich erkennbar, welche Filmfigur gerade über den Bildschirm huscht, die Figuren wirken allerdings etwas grober gezeichnet und manchmal unproportional klein. Ihre Animationen sind bisweilen abgehackt und erscheinen manchmal unfreiwillig komisch, dies mag allerdings mit dem Fokus auf Bewegungssteuerung zusammenhängen. Da für den Test eine PS3-Fassung des Spiels, allerdings kein Playstation Move zur Verfügung stand, lässt sich an dieser Stelle nur die Controller-Steuerung beurteilen. Diese ist sinnvoll konzipiert, reagiert allerdings manchmal etwas träge und kann natürlich nicht mit der Variationsvielfalt reiner Controllersteuerungen mithalten – Zahlreiche verschiedene Attacken und Combos hat man bei „Die Abenteuer von Aragorn" also nicht zu erwarten.

Das Spiel als solches funktioniert als klassisches, wenn auch streckenweise zu leichtes Action-Adventure. Man lenkt Aragorn durch Mittelerde, seine wechselnden Begleiter werden computergesteuert und folgen ihm automatisch. Allerdings besteht fast jederzeit die Möglichkeit, dass sich ein zweiter Spieler in der Rolle des Zauberers Gandalf ins Spiel einklinkt und Aragorn magisch unter die Arme greift – ein großer Pluspunkt für das Spiel in einer Zeit, in der Multiplayermodi fast nur noch über die Onlinefunktionen der Konsolen gestaltet werden und man selten mit Freunden zusammen vor einem Gerät spielen kann. Innerhalb der Level gibt es nicht nur zahlreiche Feinde zu besiegen, sondern auch eine Menge, meist simpel strukturierte Aufgaben zu erfüllen – Häufig geht es um das Sammeln oder Suchen von Gegenständen. Wer sich etwas genauer im Spiel umschauen möchte, findet auch abseits der Hauptwege häufig Objekte wie neue Waffen für Aragorn, Verstärkungen für seine und Gandalfs Angriffskraft oder Buchseiten mit Hintergrundinformationen zur Geschichte. Diese Hintergründe werden von Sam Gamdschie, Frodos Gärtner und treuem Begleiter, rückblickend erzählt. Die Rahmung für das gesamte Spiel bildet ein von Sam organisiertes Fest in Hobbingen nach dem Ende des Ringkriegs, zu dem auch Aragorn als König erscheint. Es wird also direkt zu Beginn des Spiels auch für die wenigen, die weder Bücher noch Filme kennen deutlich, wie die Geschichte um Aragorn und seine Begleiter ausgeht – sicher ein Zugeständnis an die jüngere Zielgruppe. Da der Verlauf der Geschichte aber spätestens seit ihrer Verfilmung ohnehin überall bekannt ist, wird das Spiel so nicht weniger spannend.

Insgesamt funktioniert das Spiel für das, was es zu leisten verspricht, relativ gut. Die Abenteuer von Aragorn ist eine der wenigen Spielumsetzungen zum „Herr der Ringe"-Franchise, die die gesamte Erzählung vom Aufbruch aus Hobbingen bis hin zur Entscheidungsschlacht vor dem schwarzen Tor in einem Titel präsentiert. Diese Vollständigkeit sorgt zusammen mit dem durchaus reizvollen Zweispielermodus dafür, dass auch Ältere an dem Spiel ihren Spaß haben können. Optisch und spielmechanisch richten sich die Abenteuer dagegen eher an jüngere Spieler, auch die Gestensteuerung ist sicherlich für längere Spielsessions ungeeignet. Schließlich bleibt noch, dringend zur Wii-Fassung des Spiels zu raten. Erstens sehen die Portierungen auf den weitaus leistungsstärkeren Xbox- und Playstation Konsolen genauso aus, eine schönere Version des Spiels bekommt man also durch die leistungsfähigere Hardware nicht. Zudem verursachte zumindest die Playstation-Fassung bei Kamerabewegungen teils massives Tearing (horizontales Bildschirmflimmern), ein unakzeptables Manko, das in der Wii-Version allen Berichten zufolge nicht auftritt. Zweitens scheint die Gestensteuerung von „Die Abenteuer von Aragorn" in der Wii-Version am präzisesten zu sein – Wer die Konsole besitzt und sich nach einem kindgerechten Ausflug nach Mittelerde sehnt, kann bedenkenlos zugreifen. Xbox 360- und Playstation3-Besitzer werden dagegen vermutlich zumindest in den ersten Spielstunden Tränen in den Augen haben, matschiger Wii-Grafik und Tearing sei Dank.

Artikel verfasst von Felix